Bernd Rexroth | Praxis für psychologisches Coaching und Beratung

"Die Veränderung bist DU"



MPU - Vorbereitung auf die medizinisch-psychologische Untersuchung

Wenn der Führerschein nach einem feucht-fröhlichen Ereignis in den Händen eines kontrollierenden Polizeibeamten verschwindet, ist der Katzenjammer groß. Seien Sie froh, wenn dies nicht nach einem möglicherweise folgenschweren Unfall geschieht, sondern "einfach so" bei einer Routinekontrolle. Ist es aber zu einem Unfall mit vielleicht sogar Personenschaden gekommen, ist die Situation noch ernster. Denn vermutlich bleibt nicht nur ein Brummschädel, sondern ein ganzes Bündel unangenehmer Folgen zurück.  Dies gilt übrigens auch dann, wenn Ihr Flensburger Punktekonto den Höchststand erreicht hat.

Je nach Alkoholkonzentration im Blut oder Punktekonto kommt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die MPU auf Sie zu. 

MPU - der gefürchtete "Idiotentest"

Jetzt ist guter Rat teuer. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Dennoch. Wenn Sie Ihren Führerschein zurück haben möchten, werden Sie sich dieser Aufgabe stellen müssen. Und es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit dieser Situation umzugehen. Idealerweise bereiten Sie sich auf die anstehende MPU vor. Hierzu sollten Sie folgendes wissen:

Was passiert bei einer MPU?

Die MPU beinhaltet mehrere Untersuchungsschritte, die sich insgesamt über zwei bis drei Stunden erstrecken. Im ersten Schritt wird an einem Testgerät die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Fahrers überprüft. Für die meisten Kunden sind diese Leistungstests kein Problem. Fallen sie doch einmal weit unterdurchschnittlich aus, können sie durch eine Beobachtung des Fahrverhaltens ergänzt werden – dann sind ein MPU-Gutachter und ein Fahrlehrer mit von der Partie.

Als zweiter Schritt folgt die Untersuchung durch einen Verkehrsmediziner. Dabei wird über Erkrankungen gesprochen, die für die Fahreignung relevant sein können. Der Proband wird körperlich untersucht und je nach MPU-Anlass werden Blut- oder Urinproben genommen.

Im dritten Schritt werden bei einem psychologischen Gespräch die Einstellungen des Untersuchten zu seinem eigenen Verkehrsverhalten erfasst. Dieses persönliche Gespräch mit dem Verkehrspsychologen bildet den Schwerpunkt der Untersuchung und dauert meist 45 bis 60 Minuten. Der Psychologe beurteilt vor allem, ob sein Gegenüber das eigene Fehlverhalten einsieht, sich mit den Ursachen auseinander gesetzt hat und aktiv die richtigen Konsequenzen zieht – also sein Verhalten dauerhaft ändert. Ziel ist nicht nur, dass der Kandidat den Führerschein schnell zurück bekommt – er soll ihn dann auch auf Dauer behalten.

Wie kann das Ergebnis ausfallen?

Nachdem die MPU absolviert wurde, gibt es drei Möglichkeiten, wie das Gutachten ausfallen kann:

  1. Die MPU endet mit einem positiven Gutachten, das heißt, dass kein erhöhtes Wiederholungsrisiko mehr besteht und es den Führerschein zurück gibt.
  2. Die MPU kann aber auch mit einem negativen Gutachten enden. Der Teilnehmer muss dann weitere Schritte unternehmen, um sein Wiederholungsrisiko zu senken und kann dann die MPU erneut machen.
  3. In manchen Fällen endet die MPU mit einem Gutachten mit Nachschulungsempfehlung. In diesem Fall erhält der Kandidat nach Absolvierung eines anerkannten Nachschulungskurses (so genannte § 70-Kurse) den Führerschein ohne weitere Prüfung zurück.

Stimmt es, dass bei der ersten MPU die meisten durchfallen?

Nein, das stimmt nicht. Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigen, dass über 80 Prozent auf Anhieb die MPU bestehen, wenn sie sich frühzeitig informieren und eine professionelle Beratung in Anspruch nehmen.

Muss jeder, der nach einer Alkoholauffälligkeit zur MPU muss, Abstinenz einhalten? Und wie ist das nach einer Drogenauffälligkeit?

Nicht nach jeder Alkoholauffälligkeit muss Abstinenz eingehalten werden. Oft genügt es, das eigene Trinkverhalten auf den Prüfstand zu stellen und weniger bzw. kontrolliert zu trinken. Personen, die alkoholabhängig sind, müssen aber eine Therapie machen und ein Jahr lang Abstinenznachweise liefern. Bei Drogen ist in jedem Fall eine dauerhafte Abstinenz zu empfehlen und nachzuweisen. Je nach Einzelfall, Schweregrad und Gefährdungsgrad müssen diese Nachweise für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten erbracht werden.

Was will der Gutachter konkret wissen? Kann ich „ehrlich“ sein und alles angeben?

Der Gutachter will sehen, dass der Betroffene sein Fehlverhalten einsieht, sich mit den Ursachen auseinandergesetzt und aktiv die richtigen Konsequenzen gezogen hat. Im Gespräch sollte man immer offen und ehrlich sein: Die Gutachter sind bestens ausgebildet und erfahren. Sie merken also sofort, wenn jemand versucht, ihnen etwas vorzuspielen.

Kann man sich auch übers Internet oder mit einem Buch vorbereiten?

Im Internet ist immer Vorsicht geboten, da sich viele schwarze Schafe auf dem Markt tummeln. Auch bei Büchern sollten Betroffene kritisch sein. Es sollte immer ein seriöser Berater hinzugezogen werden.

Warum ist eine Vorbereitung auf die MPU sinnvoll und wann soll ich damit beginnen?

Betroffene sollten sich so schnell wie möglich nach dem Führerscheinentzug an einen erfahrenen, kompetenten und seriösen Berater wenden. Professionelle Unterstützung ist nötig, um kritische Verhaltensweisen zu verändern. Es ist nicht das Ziel, dass sich der Betroffene auf die MPU wortwörtlich „vorbereitet“, sondern dass er an seiner Einstellung und an sich selbst arbeitet.

Wie viel kostet eine seriöse Vorbereitung?

Individuelle Beratungsgespräche liegen bei etwa 100 Euro, Gruppenmaßnahmen bei um die 600 bis 800 Euro und verkehrstherapeutische Einzelgespräche bei rund 1000 Euro. Diese Kosten lohnen sich aber auf jeden Fall: Das Bestehen nach einer qualifizierten Vorbereitung ist günstiger als viele Fehlversuche.

Woran erkenne ich einen seriösen Vorbereiter und welche Qualifikationen muss er haben?

Er ist Diplom-Psychologe oder verfügt über einen Master in Psychologie. Er muss eine verkehrspsychologische Ausbildung absolviert haben und bildet sich regelmäßig fort. Er sollte sich in der Diagnostik zu Alkohol- und Drogenkonsum sowie im Straßenverkehrsrecht auskennen, medizinische Befunde und chemisch-toxikologische Untersuchungen lesen können und mit den Begutachtungsleitlinien sowie Beurteilungs-kriterien der MPU bestens vertraut sein. Wichtig ist auch, dass er im Verlauf der Beratung schriftliche Aufzeichnungen macht und zum Schluss ein schriftliches Beratungsergebnis oder eine Teilnahmebescheinigung aushändigt.

Wann ist äußerste Vorsicht geboten?

Betroffene sollten einen großen Bogen um Anbieter machen, die Schauspielunterricht anbieten oder mit einer „Geld-zurück-Garantie" oder „100-Prozent-Chance" werben.

Was kann ich jetzt tun?

Unten auf dieser Seite habe ich einen kleinen Ratgeber für Sie zum kostenlosen Download bereitgestellt. Wenn Sie möchten, stehe ich Ihnen für ein erstes persönliches Orientierungsgespräch zur Verfügung. Danach entscheiden wir gemeinsam, wie das weitere Vorgehen aussehen kann.




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